Name und Lage
Der Distrikt Borealis ist der nördlichste Distrikt der Insel Borealis. Er bildet den Übergang von den schmalen Mittelzonen der Insel in deren nördliche Hoch- und Industrieregionen. Nach Süden grenzt er an die Westmark, nach Westen und Norden an den Ozean. Im Osten reicht der Distrikt bis an die höher aufragenden Gebirgszüge der Insel.
Die ausgegliederte Metropole Maltretonia liegt im südwestlichen Teil des Distrikts auf einem Hochplateau, westlich der zentralen Gipfelzone.
Topographie und Struktur
Die Topographie des Distrikts Borealis ist vielschichtig und ansteigend.
Die Hügelketten und Dschungelzonen der Westmark setzen sich zunächst fort, verdichten sich jedoch nach Osten zu echten Gebirgszügen. Im nördlichen Zentrum flachen diese zu einem hochgelegenen, offenen Gelände ab, das stellenweise albähnlichen Charakter besitzt.
Aus dem Gebirge entspringt die Malt, die den Raum hydrologisch prägt. Südwestlich der Gipfel liegt Maltretonia auf einem Hochplateau. Westlich davon befindet sich Malthafen, ursprünglich als Hafen der Metropole gegründet, inzwischen jedoch selbst zu einem großflächigen urban-industriellen Raum angewachsen.
Die Verkehrsinfrastruktur bindet den Distrikt in mehrere Richtungen an:
- Autobahn 6 kommt aus dem Süden entlang der westlichen Küste, führt über Hügel- und Hochlandzonen durch Maltretonia, verläuft knapp an den Gipfeln vorbei und endet östlich bei Spusiakir am Meer.
- Autobahn 7 beginnt im Norden bei Borealesia, führt südsüdostwärts durch Einried, weiter nach Süden durch Spusiakir, beschreibt anschließend einen Bogen nach Südwesten und setzt sich nach Süden fort. Sie verläuft weiter durch Deggenda und tritt schließlich in die Westmark ein.
- An der kürzesten Querung zur Hauptinsel Jadaria zweigt die Autobahn 15 als Brückenverbindung von der A7 ab.
Weitere Orte liegen bandartig entlang dieser Achsen oder in topographisch begünstigten Zonen.
Bevölkerung
Gesamtbevölkerung Distrikt Borealis: 4.913.863
- Stadtbewohner: 3.056.440
- Landbewohner: 1.857.423
Ausgegliederte Metropole:
-
Maltretonia: 17.438.481
Weitere Städte und Orte:
- Malthafen (1.150.904) – Hafen- und Industriekomplex
- Borealesia (768.214) – nördlicher Ausgangspunkt der A7
- Roiba (613.761) – industriell geprägt
- Hackenhasslau (136.372) – flachlandnaher Ort im Nordwesten
- Wildestsoll (121.905) – hügeliger Raum südlich von Hagenuflen
- Hagenuflen (53.756) – nördliches Flachland
- Einried (57.210) – Übergangsraum zwischen Ebenen und Hügeln
- Starngen (71.023) – Hochgebirgssiedlung
- Deggenda (46.027) – südlicher Verkehrsort
- Stellsund (37.269) – südlich, westlich von Deggenda
Die Bevölkerung ist stark urbanisiert, mit klarer Dominanz der Metropole und der zugehörigen Industrieorte.
Wirtschaft
Borealis ist Produktionsraum par excellence und zählt zu den zentralen industriellen Kernräumen der Republik. Die industrielle Dichte ist national führend, geprägt von energie- und rohstoffintensiven Produktionsketten, die den Distrikt strukturell zusammenhalten.
Der Bergbau ist großflächig und flächendeckend präsent. Gefördert werden vor allem Eisen, Nickel, Kobalt und Titan, die die Grundlage für weiterführende Industrien bilden. Darauf aufbauend konzentriert sich die Schwerindustrie insbesondere im Raum Maltretonia und an den Hafenanlagen von Malthafen. Hier entstehen Schiffe, Großmaschinen, Fahrzeuge sowie militärische Vorprodukte; metallverarbeitende Großbetriebe prägen das Bild.
Ergänzt wird dies durch eine leistungsfähige Fischerei, die klassische Offshore-Netzwerke mit moderner Veredelung verbindet, sowie durch eine eigenständige Energieversorgung aus werkseigenen Anlagen und regionalen Netzen, die den hohen Bedarf der Industrie absichert.
Die wirtschaftliche Struktur Borealis’ steht in ständiger ideologischer Konkurrenz zu den dienstleistungsdominierten Zonen von Genepohl. Während dort entschieden, koordiniert und verwaltet wird, wird in Borealis produziert. Bergbau ist flächig verankert, Industrie räumlich konzentriert. Ein funktionales Spannungsverhältnis, das die Republik seit jeher prägt.
Kultur und Lebensstil
Der Distrikt Borealis ist historisch und kulturell ein Zentrum des Sozialismus. Rote Banner, Gewerkschaftswandbilder und kollektive Kantinen sind hier keine Folklore, sondern Teil eines gelebten Gedächtnisses. In Maltretonia fand der erste große Generalstreik der Republik statt; bis heute wird jährlich daran erinnert, nicht feierlich, sondern nüchtern und verbindlich.
Der Lebensstil ist arbeitszentriert, robust und kollektiv geprägt. Industrie, Schichtbetrieb und technische Infrastruktur strukturieren den Alltag. Dialekte sind derb, Kleidung praktisch, Umgangsformen direkt. Solidarität gilt als Selbstverständlichkeit: Wer Hilfe braucht, bekommt sie – aber keine Ausreden. Traditionelle Gemeinschaften bestehen fort, sind jedoch eng mit den industriellen Strukturen verwoben und funktionieren innerhalb klarer Rollen und Abläufe.
Eine Sonderstellung nimmt Starngen ein. Als Hochgebirgsort mit geistiger und historischer Bedeutung steht es bewusst außerhalb der industriellen Verdichtung. Hier verdichtet sich nicht Produktion, sondern Sinn: Rückzug, Ritual und Erinnerung bilden einen Kontrast zum arbeitsgetriebenen Kern des Distrikts, ohne ihm zu widersprechen.
Sicherheit und Kontrolle
Die Sicherheitsstruktur ist hoch verdichtet.
- AA-Zonen in Hafen und Hochindustrieräumen
- A-Zonen in Schwerindustrie, Bergbau, Hafenanlagen
- B-Zonen in urbanen Wohn- und Versorgungsräumen
- C-Zonen in abgelegenen Hoch- und Dschungelzonen
Naudiz ist aktiv an Tunnel, Werften, Industrieachsen. Polizeistrukturen in Maltretonia sind gewerkschaftsnah, aber effektiv
Anmerkungen
Der Distrikt Borealis ist kein Randgebiet, sondern ein Antrieb.
Hier wird gefördert, geschmolzen, verschifft und verbunden.
Maltretonia dominiert den Raum, doch der Distrikt trägt sie: mit Bergen, Häfen, Achsen und Arbeitskraft. Borealis ist nicht laut aus sich heraus. aber ohne ihn würde Irkanien spürbar langsamer werden.