Name und Lage
Das Herzogtum Tarwah liegt an der südöstlichen Küste Jadarias, dort, wo der Küstenverlauf einen markanten Bogen schlägt. Der Distrikt öffnet sich nach Süden vollständig zum Meer und steigt von dort rasch nach Nordwesten in die Jadarischen Alpen an.
Im Südwesten grenzt Tarwah an den Distrikt Frisa. Die Küste bildet die südliche Grenze. Nach Osten finden sich noch schmale Ebenen, während der übrige Distrikt zunehmend gebirgig wird. Der nördliche und nordwestliche Teil ist vollständig durch die Alpen geprägt.
Klima
Tarwah liegt auf der Ostseite Jadarias zwischen 24° und 26° nördlicher Breite und befindet sich im Lee der Jadarischen Alpen. Das Gebirge wirkt als deutliche Klimascheide: Feuchte Luftmassen vom Ozean verlieren einen Großteil ihrer Niederschläge bereits an den Westhängen, sodass Tarwah insgesamt trockener ist als die küstennahen Distrikte der Westseite.
In den südöstlichen Küsten- und Vorlandzonen herrscht ein warmes, subtropisches Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit. Die Sommer sind heiß, aber durch Seewinde und offene Wasserflächen meist erträglich. Die Winter bleiben mild, Frost ist selten. Niederschläge treten vor allem saisonal auf und konzentrieren sich auf kürzere, teils intensive Regenphasen.
Mit zunehmender Entfernung von der Küste und steigender Höhe wird das Klima deutlich kühler und wechselhafter. In den Hügellagen sinken die Temperaturen spürbar, die Luftfeuchtigkeit nimmt ab, während Niederschläge durch orographische Effekte wieder zunehmen. Die Hochlagen der Jadarischen Alpen sind ganzjährig kühl, mit häufigem Nebel, starkem Regen und in den höchsten Bereichen gelegentlichem Schneefall.
Insgesamt ist das Klima Tarwahs stark gestuft: warm und feucht in den Tieflagen, gemäßigter im Vorland, kühl und niederschlagsreich im Gebirge. Diese Staffelung prägt Nutzung, Erreichbarkeit und Siedlungsdichte des Distrikts deutlich.
Vegetation
Die Vegetation Tarwahs folgt dem ausgeprägten Höhen- und Klimagradienten des Distrikts. In den Küsten- und Vorlandzonen dominieren salz- und feuchtetolerante Pflanzen. Wattartige Uferbereiche, sumpfige Senken und flussnahe Niederungen sind von Gräsern, Schilf und niedrigem Buschwerk geprägt.
In den tieferen Hügellagen setzt dichter Bewuchs ein. Hier wächst subtropischer Bergdschungel mit hohem Unterholzanteil, breiten Blättern und hoher Artenvielfalt. Diese Vegetationsform reicht je nach Exposition bis in Höhen von etwa 800 bis 1.200 Metern und erschwert großflächige Erschließung erheblich.
Mit zunehmender Höhe gehen die dichten Dschungelzonen in lichteren Bergwald über. Baumarten werden niedriger, robuster und stehen weiter auseinander. Oberhalb dieser Zone dominieren felsige Hänge, Geröllflächen und nur noch spärliche alpine Vegetation. Landwirtschaftliche Nutzung ist hier kaum möglich.
Die Vegetation Tarwahs wirkt insgesamt dicht, widerständig und nur begrenzt vom Menschen geformt. Große Teile des Distrikts bleiben bewaldet oder natürlich überwachsen, was die funktionale Randstellung und geringe innere Durchdringung des Raums zusätzlich verstärkt.
Verkehrsinfrastruktur
Der Distrikt ist dünn erschlossen, die Verkehrsführung bleibt bewusst randständig. Die Autobahn 1 tritt aus dem Distrikt Frisa kommend in Tarwah ein, verläuft südwestlich–nordöstlich dicht an der Stadt Tarwah vorbei, durchquert den Distrikt jedoch ohne direkte Stadtanbindung und setzt sich weiter fort. Sinfir an der Küste ist über einen Zubringer angebunden, Rotheran, mittig im Distrikt gelegen, ebenfalls nur über Nebenverbindungen erreichbar. Die Stadt Norden im Osten wird von der Autobahn weiträumig umgangen.
Tarwah wird durchfahren, nicht erschlossen. Die Struktur des Distrikts folgt dem Relief: Nutzung und Siedlung konzentrieren sich auf wenige Rand- und Tieflagen, während das Innere überwiegend schwer zugänglich bleibt.
Bevölkerung
Gesamtbevölkerung Herzogtum Tarwah: 4.130.542
Die Bevölkerung ist stark verstreut und überwiegend ländlich geprägt.
Städte:
- Tarwah – größte Stadt, ca. 200.000 Einwohner
- Norden – östliche Stadt, ebenfalls etwa 200.000 Einwohner
- Sinfir – Küstenstadt
- Rotheran – Binnenort im Hügelland
Abseits dieser Zentren dominieren kleine Siedlungen und Einzelstandorte entlang von Tälern und Küstenabschnitten.
Sprache: Irkisch wird gesprochen, teils mit altertümlichen Floskeln aus der Zeit der Unabhängigkeit.
Religionen: In den Küstenregionen Shinto und Volkskulte, in den Hügeln Asatru und spirituell-synkretische Formen.
Wirtschaft
Das Herzogtum Tarwah ist ein peripherer Rohstoff- und Agrardistrikt.
Prägend sind:
- Bergbau in den alpinen und voralpinen Zonen
- kleinräumige Landwirtschaft in Küsten- und Vorlandbereichen
- Forstwirtschaft in bewaldeten Hanglagen
- kaum vorhandene Weiterverarbeitung
Industrie ist marginal und überwiegend rohstoffnah. Wertschöpfung erfolgt außerhalb des Distrikts. Tarwah ist Produzent von Material, nicht von Struktur.
Klima
Tarwah liegt in einer subtropischen Zone mit mediterranen Einflüssen. Das Klima ist insgesamt warm und feucht, jedoch deutlich nach Jahreszeiten und Höhenlage differenziert. Die Winter sind mild und niederschlagsreich, während die Sommer in Küstennähe warm bis heiß ausfallen und zeitweise trockene Phasen aufweisen.
Entlang der flachen Küstenregion treten häufig Nebelbänke auf, begünstigt durch hohe Luftfeuchtigkeit und geringe Temperaturunterschiede zwischen Meer und Land. In den tiefer gelegenen Küsten- und Flussbereichen führen saisonale Regenfälle zu breiten Deltas, zeitweiligen Überflutungen und einer ausgeprägten Feuchtlandschaft.
Mit zunehmender Höhe nehmen die Niederschläge zu, während die Temperaturen spürbar sinken. Die hügeligen und vorgebirgigen Zonen sind dadurch kühler und dauerhaft feuchter als die Küste, was die landwirtschaftliche Nutzung einschränkt und technische Erschließung erschwert.
Die Vegetation folgt diesem Gradienten deutlich. In den Uferzonen dominieren Mangroven, salztolerante Pflanzen und feuchtigkeitsliebende Gewächse. Die Hügel- und Übergangslagen sind trockener, geprägt von Strauchwerk, Palmenbeständen und widerstandsfähiger Vegetation. Insgesamt begünstigt die Kombination aus Relief, Wärme und Feuchtigkeit dichte, schwer zugängliche Vegetationsformen, insbesondere außerhalb der Küstenebenen.
Kultur und Lebensstil
Der Lebensstil in Tarwah ist abgeschieden und lokal gebunden.
Gemeinschaften sind klein, Wege weit, Mobilität gering. Öffentliche Präsenz ist niedrig, soziale Strukturen sind stabil, aber nach außen wenig sichtbar.
Der Distrikt gilt als ruhig, schwer zugänglich und politisch unauffällig. Viele Bereiche werden wahrgenommen, ohne regelmäßig betreten zu werden.
Sicherheit und Kontrolle
Die Sicherheitsstruktur ist bewusst zurückgenommen.
- Naudiz-Präsenz beschränkt sich auf Küstenorte, Bergbauzonen und die Nähe zur Autobahn 1
- Der überwiegende Teil des Distrikts ist als C-Zone klassifiziert
- B-Zonen finden sich nur in Tarwah, Norden und ausgewählten Küstenorten
Topographie, Vegetation und geringe Dichte übernehmen einen Großteil der Kontrollfunktion.
Sifnir ist Sitz des Kommandostocks der 3. Stadtkampfdivision, ein klarer Hinweis darauf, dass die Republik die urbanen Zonen dieser Region für potenziell gefährdet hält.
Naudiz und reguläre Truppen sind in kleinem Umfang präsent, teils verdeckt.
Der Rest des Distrikts gilt als ruhig, aber unübersichtlich.
Besondere Orte
Norden: Großer, strategisch wertvoller Hafen mit Vergangenheit als Umschlagplatz in mehreren Kriegen
Sifnir: Knotenpunkt militärischer Infrastruktur
Tarwah: Symbolstadt mit verlorenem Glanz, heute kulturell überhöht, aber real zurückgezogen
Die Wattenküste gilt als biologisch einzigartig, aber wirtschaftlich unerschlossen
Politische Bedeutung
Tarwah war wiederholt Zankapfel zwischen Irkanien und Vannenheim, wurde aufgeteilt, besetzt, verloren, zurückerobert.
Heute spielt die Region offiziell eine geringe Rolle, wird aber im Hintergrund als Puffer und Stabilitätsindikator verwendet.
Symbolisch steht Tarwah für das Verdrängen politischer Verantwortung und ihre späte Rückkehr mit militärischen Mitteln.
Anmerkungen
Das Herzogtum Tarwah ist kein Raum des Geschehens, sondern des Nicht-Geschehens.
Hier wird wenig entschieden, wenig beschleunigt, wenig verdichtet.
Der Distrikt liegt sichtbar an der Küste und verschwindet wenige Kilometer landeinwärts im Gelände. Er ist da, er funktioniert, er liefert. In der Ordnung Irkaniens ist Tarwah kein Schwerpunkt, sondern ein Abstand.