Name und Lage
Nanauatzin bildet den nördlichsten Ausläufer Jadarias. Der Distrikt ist sichelförmig angelegt und folgt der Küstenlinie in einem weiten Bogen von West nach Ost. Er liegt vollständig zwischen den Breitengraden 30 und 33.
Nanauatzin grenzt im Süden und Südwesten an Pelaic, im Süden an weitere Binnenräume Jadarias, während sich der Distrikt nach Norden und Nordosten vollständig zum Meer öffnet. Der nördliche Küstenraum ist durchgehend Tiefland.
Klima
Nanauatzin weist ein feucht-subtropisches Klima auf, geprägt durch seine Lage zwischen 30° und 33° nördlicher Breite und die unmittelbare Nähe zum Meer. Die Küstenlage sorgt für ganzjährig hohe Luftfeuchtigkeit und vergleichsweise geringe Temperaturschwankungen.
Die Sommer sind mild bis warm, mit durchschnittlichen Tageshöchstwerten von etwa 25–28 °C. Extreme Hitze ist selten, da Seewinde und die große Wasserfläche der Seenplatten temperaturausgleichend wirken. Die Winter sind kühl und regenreich, mit Temperaturen meist zwischen 10 und 16 °C. Frost ist selten und beschränkt sich auf kurze Episoden in klaren Nächten.
Niederschläge sind über das Jahr relativ gleichmäßig verteilt, mit einem Schwerpunkt in den Wintermonaten. Häufige Nebel- und Dunstlagen prägen insbesondere Morgen- und Abendstunden, vor allem in den Seen- und Moorgebieten. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt oft bei 80–95 %, was der Landschaft eine dauerhaft feuchte, gedämpfte Wirkung verleiht.
Durch das fehlende Relief kommt es kaum zu ausgeprägter Luftzirkulation. Wind ist meist schwach bis mäßig und folgt der Küstenlinie. Das Klima wirkt dadurch ruhig, gleichmäßig und wenig dynamisch. Wetterwechsel sind selten abrupt, sondern ziehen langsam über den Distrikt hinweg.
Nanauatzin ist klimatisch kein Extremraum. Die Belastung entsteht nicht durch Hitze oder Kälte, sondern durch Dauerfeuchte, Nebel und die gleichförmige, schwer greifbare Witterung, die Landschaft und Alltag gleichermaßen prägt.
Vegetation
Die Vegetation Nanauatzins wirkt auf den ersten Blick üppig, gleichmäßig und funktional, bei genauerer Betrachtung jedoch auffallend arm an Tiefe und kultureller Schichtung. Pflanzengesellschaften sind flächig, stabil und angepasst an Dauerfeuchte, ohne jene Vielfalt aufzuweisen, die in vergleichbaren Küsten- und Seenräumen üblich wäre.
Große Teile des Distrikts werden von Feuchtwiesen, Röhrichten, Schilfgürteln und sumpfnahem Grasland geprägt. In den Seenplatten des Nordwestens dominieren wassernahe Vegetationstypen mit langsamer Sukzession. Übergänge zwischen offenem Wasser, Moor und Land sind breit und unscharf. Die Landschaft wirkt dadurch weich, gedämpft und in sich geschlossen, aber zugleich schwer lesbar.
Wälder existieren, sind jedoch niedrigwüchsig, fragmentiert und oft ungewöhnlich gleichaltrig. Es handelt sich überwiegend um feuchte Mischwälder mit Erlen, Weiden und vereinzelten immergrünen Arten. Alte, strukturreiche Waldbestände sind selten. Stattdessen prägen großflächige, monotone Bestände das Bild, die kaum Spuren langfristiger Pflege oder historischer Nutzung tragen. Lichtungen wirken funktional, nicht gewachsen.
Auffällig ist das Fehlen bestimmter kulturlandschaftlicher Elemente. Terrassierungen, alte Obsthaine, traditionelle Nutzpflanzen oder klar zuordenbare historische Anbauformen sind kaum vorhanden. Die Vegetation erscheint genutzt, aber nicht erinnert. Flächen werden bewirtschaftet oder freigehalten, ohne dass sich daraus ein erzählbarer landschaftlicher Zusammenhang ergibt.
Entlang der Küste finden sich salztolerante Gräser, niedriges Buschwerk und offene, windgeprägte Zonen. Auch hier fehlt eine dichte Abfolge von Nutzungs- oder Siedlungsspuren. Die Küstenvegetation wirkt technisch stabilisiert, nicht organisch verdichtet.
Die Halbinsel im Nordosten bildet eine Ausnahme. In und um die Ruinen Vannenheims ist die Vegetation dichter, unregelmäßiger und weniger kontrolliert. Moose, rankende Pflanzen und feuchtliebende Gehölze überwuchern Strukturen, ohne sie vollständig zu tilgen. Hier wirkt die Landschaft älter, schwerer, widersprüchlicher, als habe sich Natur Raum genommen, den Nutzung nicht mehr beansprucht. Insgesamt vermittelt die Vegetation Nanauatzins den Eindruck eines landschaftlich beruhigten, aber innerlich entleerten Raums. Sie ist funktional stabil, klimatisch angepasst und weitgehend unbeeinträchtigt von Extremereignissen. Gleichzeitig fehlen jene tiefen Schichten aus Nutzung, Erinnerung und gewachsener Vielfalt, die andernorts selbstverständlich sind.
Topographie
Nanauatzin weist ein feucht-subtropisches Klima mit milden Sommern und regenreichen Wintern auf. Niederschläge sind gleichmäßig verteilt, Nebel und hohe Luftfeuchtigkeit prägen weite Teile des Jahres insbesondere die Morgen- und Abendstunden.
Der Distrikt ist ein reiner Flachlandraum. Küsten- und Binnengebiete sind weit, offen und nur gering reliefiert, mit sehr langen Sichtachsen. Im Nordwesten erstrecken sich ausgedehnte Seenplatten mit Feuchtgebieten, Moorflächen und flachen Uferzonen. Diese Wasserlandschaften wirken stabil, aber schwer zugänglich und strukturieren große Teile der regionalen Nutzung.
Wälder sind vorhanden, jedoch überwiegend niedrigwüchsig, fragmentiert und von sumpfigen Übergangszonen durchsetzt. Dichte, kühlfeuchte Nebelbereiche sind vor allem in Seen- und Moorlagen häufig. Erhebungen oder Gebirgszüge existieren nicht; die Landschaft wirkt ruhig, fast leer, und verändert sich über große Distanzen nur wenig.
Im Nordosten ragt eine schmale Halbinsel ins Meer hinaus. Dort befinden sich die Ruinen der ehemaligen Hauptstadt Vannenheims. Dieses Gebiet ist heute vollständig gesondert und bildet einen landschaftlichen wie funktionalen Bruch innerhalb des ansonsten gleichförmigen Distrikts.
Verkehrsinfrastruktur
Die Verkehrsinfrastruktur Nanauatzins folgt der sichelförmigen Küstenlinie.
- Autobahn 2 tritt aus dem Süden kommend in den Distrikt ein, führt zunächst nach Nordwesten über Kosen und Blankenkatz, schwenkt dann nach Norden über Auerbronn und Ettwedel.
- Anschließend verläuft sie nordnordöstlich nach Nanauatz, knickt dort mit der Küstenform nach Ost-Südosten ab, führt durch Nidberga und endet schließlich nach einem langen, weitgehend siedlungsfreien Abschnitt an der Grenze zu Pelaic.
- Zwischen Ettwedel im Westen und Nidberga im Osten liegen Gadesande und Shkhmetau innerhalb der Seenplatten.
- Von Blankenkatz zweigt eine Verbindung über Bertsa nach Pelaic ab, führt dort durch Dunharg und kehrt anschließend wieder nach Nanauatzin zurück. Diese Route bindet die westlichen Ebenen an, erschließt jedoch keine neuen Siedlungsräume.
Große Teile des Distrikts liegen weit abseits der Hauptachsen.
Bevölkerung
Gesamtbevölkerung Nanauatzin: 8.993.369
- Stadtbewohner: 2.774.622
- Landbewohner: 6.218.747
Wichtige Städte und Orte:
- Nanauatz (1.298.185) – größtes urbanes Zentrum
- Ettwedel (911.081) – westliches Zentrum an der A2
- Nidberga (133.414) – östlicher Küstenort
- Auerbronn (100.436) – nördlicher Binnenort
- Shkhmetau (114.609) – Seenplattenraum
- Gadesande (53.769) – Seenplattenraum
- Bertsa (86.560) – westlicher Übergangsort
- Kosen (39.910), Blankenkatz (36.657) – südliche Randorte
Die Bevölkerung ist stark ländlich geprägt. Dichte entsteht fast ausschließlich entlang der Autobahn 2.
Sprache: Irkisch ist verbreitet, aber mit lokalen Dialektfärbungen.
Religionen: Viele säkulare Haushalte; Asatru und Shinto existieren, spielen aber eher untergeordnete Rollen.
Wirtschaft
Nanauatzin ist ein flächenstaatlicher Agrar- und Versorgungsdistrikt. Die wirtschaftliche Struktur ist auf Grundversorgung, Durchleitung und Stabilität ausgerichtet, nicht auf industrielle Verdichtung oder technologische Tiefe.
Eine vergleichsweise gut ausgebaute Infrastruktur geht auf vannenheimische Altstrukturen zurück. Verkehrsachsen, Versorgungsleitungen und Logistikräume sind funktional angelegt und bis heute tragfähig, auch wenn sie nur punktuell modernisiert wurden. Der Dienstleistungssektor dominiert, vor allem in Verwaltung, Transport und regionaler Versorgung.
Prägend sind die Landwirtschaft und Viehhaltung im offenen Tiefland, insbesondere im Küstenvorland, mit Schwerpunkten auf Getreide- und Milchwirtschaft. In den ausgedehnten Seenplatten spielt die Binnenfischerei und Wassernutzung eine zentrale Rolle. Ergänzt wird dies durch einfache Weiterverarbeitung, Lagerwirtschaft und regionale Umschlagfunktionen.
Kleinere Industrie- und Verarbeitungsstandorte existieren vor allem in Ettwedel und Blankenkatz, bleiben jedoch funktional begrenzt und auf lokale Bedürfnisse zugeschnitten.
Sonderzone Vyumö
Im Nordosten Nanauatzins liegt die Halbinsel Vyumö mit den Ruinen der ehemaligen gleichnamigen Hauptstadt Vyumö.
2008 Nach dem Austausch diplomatischer Noten und der weiteren Lageabschätzung rückten irkanische Truppen in das Gebiet vor und besetzten das Stadtgebiet Vannenheims nahezu vollständig. Auf der Halbinsel Vyumö zündete der ehemalige Imperator Vannenheims eine Kernwaffe, wodurch mehrere zehntausendtausend Menschen starben. Wenige Minuten später schlugen zwei Kurzstreckenraketen im Bereich des ehemaligen Imperatorenpalastes ein. Fallschirmjägereinheiten folgten.
Das Gebiet ist heute als dauerhafte Sonderzone ausgewiesen:
- keine zivile Nutzung
- keine Wiederbesiedlung
- vollständige Sperrung außerhalb militärischer und wissenschaftlicher Zugänge
Die Zone gilt als abgeschlossen.
Kultur und Lebensstil
Nanauatzin ist urban, säkular und modern geprägt. Kleidung ist funktional, nüchtern und auf Alltagstauglichkeit ausgerichtet; im Stil sind noch Einflüsse des ehemaligen Vannenheim spürbar, jedoch entpolitisiert und in den Alltag integriert. Die Küche ist schlicht und kontinental gehalten: Brot, Fischgerichte und Eintöpfe dominieren, ergänzt durch regional verfügbare Produkte.
Der Lebensstil ist weitläufig, ruhig und entkoppelt. Gemeinschaften liegen großräumig verteilt, Mobilität folgt wenigen, klar definierten Achsen. Vieles wirkt geordnet, beinahe überstrukturiert, als sei Raum bewusst offen gelassen worden. Öffentliche Flächen sind funktional genutzt, selten überformt.
Geschichte ist präsent, jedoch nicht erzählerisch. Sie zeigt sich in Leerstellen: in verschwundenen Ortsnamen, in ungepflegten Fundamenten abseits der Verkehrsachsen, in Landschaften, die genutzt werden, ohne dass sich jemand an ihre frühere Bedeutung erinnert. Bestimmte kulturelle Praktiken fehlen, ohne dass ihr Fehlen thematisiert wird oder Fragen aufwirft.
Regionale Identität existiert, bleibt jedoch zurückhaltend und kaum ideologisiert. Der Distrikt gilt als stabil, aber distanziert. Nähe entsteht selten, Zugehörigkeit bleibt funktional. Was hier zusammenlebt, tut dies geordnet, angepasst – und ohne Wurzeln offen zu zeigen.
Sicherheit und Kontrolle
- erhöhte Präsenz entlang der Autobahn 2 und in Nanauatz
- A-Zonen in urbanen Zentren und an der Sonderzone
- B-Zonen in Städten
- großflächige C-Zonen im offenen Land
Das Hauptquartier der 7. Küstendivision befindet sich in Nanauatz. Das 255. Stadtjägerregiment ist in Ettwedel stationiert, das 20. Jägerregiment in Kosen. Sicherheitszonen sind überwiegend auf den Stufen A bis B angesiedelt, in militärischen und logistischen Knotenpunkten auch AA. Naudiz ist präsent, aber nicht dominant sichtbar.
Besondere Orte
Die Seenregion um Gadesanda und Shkhmetau gilt als Natur- und Erholungsraum mit Schutzstatus. Ein verlassenes Küstenobservatorium dient heute als Treffpunkt für Künstler und Subkulturen. Ehemalige vannenheimische Denkmäler sind erhalten, werden jedoch nicht offiziell gepflegt oder genutzt.
Anmerkungen
Nanauatzin ist ein Distrikt der Nachwirkung.
Er ist offen, flach und ruhig – und trägt dennoch eine historische Last, die räumlich klar abgegrenzt bleibt.
Hier endet Jadaria nicht abrupt, sondern läuft aus. In Fläche, in Küste, in Geschichte.