Name und Lage
Der Distrikt Nurmengard liegt auf der anderen Seite der Jadarischen Alpen gegenüber der Odinsmark. Auch hier beschreibt die Küstenlinie einen weiten Bogen, öffnet sich jedoch stärker zum Land hin und bildet eine unregelmäßige, nach Nordwesten ausgreifende Küstenzone.
Der Distrikt ist blockartig aufgebaut und liegt in etwa zwischen den Breitengraden 27 und 30. Seine Lage macht ihn zu einem der topographisch extremsten Räume Jadarias.
Topographie und Struktur
Nurmengard liegt im nordwestlichen Viertel Jadarias und bildet eine markante Übergangsregion zwischen Küste und Hochgebirge. Im Westen grenzt der Distrikt an den Asurik, während die Küstenlinie selbst vergleichsweise kurz, jedoch dicht besiedelt ist. Von der Küste aus steigt das Gelände rasch an und geht ohne ausgedehnte Zwischenebenen in das Gebirge über.
Nurmengard ist ein ausgeprägter Hochgebirgsdistrikt. Rund vier Fünftel der Fläche bestehen aus Gebirge und Hochgebirge; hier erreichen die Jadarischen Alpen ihre größte Massivität. Mit dem Jensonferner liegt einer der vier höchsten Gipfel des Landes im Distriktgebiet und prägt die regionale Topographie nachhaltig. Große Teile des Terrains sind steil, zerklüftet und durch tief eingeschnittene Täler strukturiert.
Flachland ist selten und beschränkt sich auf schmale Küstenstreifen sowie wenige Beckenlagen. Diese Ebenen überschreiten meist 20 bis 30 Kilometer Breite nicht. Das größte zusammenhängende Tiefland liegt im Nordwesten im Umfeld von Greezenstadd. Nach Norden geht das Gelände allmählich in sanftere Hügelzonen über, in denen Orte wie Plochbronn liegen.
Der Süden des Distrikts ist bereits voralpin geprägt, mit höheren Lagen und Übergangszonen wie bei Heuserwitz. In den tieferen Bergregionen sind die Hänge dicht bewachsen; vielerorts dominieren Dschungel- und Urwaldzonen, die sich an den windzugewandten Flanken weit nach oben ziehen. Mit zunehmender Höhe gehen diese in Bergwald über, darüber in offene Hochlagen. Oberhalb davon bestimmen Fels, Eis und dauerhafte Schneefelder das Landschaftsbild.
Die Geografie Nurmengards wirkt dadurch steil, verwinkelt und meteorologisch wechselhaft – eine Küstenregion mit unmittelbarem Hochgebirgshinterland, in der kurze Distanzen extreme Höhen- und Klimasprünge erzeugen.
Klima
Nurmengard liegt klimatisch in einer feuchten, stark gebirgsgeprägten Zone. Vom Ozean heranströmende Luftmassen treffen unmittelbar auf die westlichen Ausläufer der Jadarischen Alpen und stauen sich dort. Dies führt zu häufigen und teils intensiven Niederschlägen, insbesondere an den West- und Südwesthängen des Gebirges.
An der Küste herrscht ein feuchtes, gemäßigt-warmes Klima mit starken Westwinden und rasch wechselnden Wetterlagen. Die Temperaturen bleiben hier überwiegend mild, die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Mit zunehmender Höhe sinken die Temperaturen deutlich; die Hochlagen im Osten sind ganzjährig kühl und über lange Zeiträume schneereich.
Die Vegetation folgt dem ausgeprägten Höhen- und Klimagradienten. In Küstennähe dominieren windverkrüppelte Wälder, feuchte Niederungen und robuste Strauchzonen. In mittleren Lagen gehen diese in dichte Bergwälder über, geprägt von Fichten- und Lärchenbeständen. Oberhalb davon finden sich alpine Grasmatten, Geröllzonen und schließlich eisbedeckte Hochkämme und dauerhafte Schneefelder.
Die Kombination aus hoher Feuchtigkeit, starkem Relief und deutlichem Temperaturgefälle schafft eine außergewöhnlich hohe ökologische Vielfalt, begrenzt jedoch zugleich die landwirtschaftliche Nutzbarkeit auf wenige, geschützte Tiefland- und Beckenlagen.
Vegetation
Die Vegetation Nurmengards ist strikt höhengebunden und folgt dem Gelände fast ohne Übergangszonen. Wachstum ist hier weniger eine Frage von Zeit als von Lage, Exposition und Erreichbarkeit. Schon geringe Distanzen bedeuten andere Pflanzengesellschaften.
In den schmalen Küstenstreifen und tieferen Beckenlagen dominieren feuchte Niederungen, robuste Küstenwälder und dichte Strauchzonen. Die Vegetation ist windgeprägt, salzresistent und niedrig. Bäume wachsen gedrungen, Kronen sind unregelmäßig, viele Bestände zeigen Bruch- und Neigungsformen durch Dauerwind und Starkregen. Landwirtschaftliche Nutzung ist hier möglich, aber kleinteilig und stark standortabhängig.
Mit dem raschen Anstieg des Geländes setzen ausgedehnte Berg- und Hangwälder ein. In den tieferen Berglagen finden sich dichte, schwer zugängliche Waldzonen mit hoher Biomasse. Besonders an den windzugewandten Westhängen ziehen sich feuchte Urwald- und Dschungelbereiche weit nach oben. Diese Wälder sind strukturreich, dunkel und nur punktuell erschlossen. Unterwuchs ist üppig, Bodenfeuchte dauerhaft hoch. Viele Flächen gelten als praktisch unbewirtschaftbar.
In mittleren Höhenlagen gehen diese Bestände in geschlossene Bergwälder über. Fichten- und Lärchenarten dominieren, ergänzt durch robuste Mischformen. Die Vegetation ist hier dichter organisiert, aber bereits deutlich kälteresistenter. Wachstum verlangsamt sich, Baumgrenzen sind klar erkennbar und folgen dem Relief.
Oberhalb davon öffnen sich die Landschaften abrupt. Alpine Grasmatten, Geröllflächen und vegetationsarme Hochlagen bestimmen das Bild. Pflanzengesellschaften sind niedrig, saisonal und stark fragmentiert. Moose, Flechten und einzelne widerstandsfähige Hochgebirgspflanzen prägen die Zone zwischen Fels und Eis. Dauerhafte Schneefelder und Gletscherbereiche bilden ökologische Bruchlinien, keine Übergänge.
Auffällig ist die geringe kulturelle Überformung der Vegetation. Abseits der wenigen Tieflandräume fehlen Spuren langfristiger landwirtschaftlicher Nutzung. Terrassen, alte Nutzwälder oder kultivierte Übergangszonen sind selten. Die Landschaft wirkt nicht vergessen, sondern physisch widerständig. Nutzung endet dort, wo das Gelände sie nicht mehr zulässt.
Nurmengards Vegetation ist dadurch nicht leer, sondern konsequent vertikal organisiert. Sie folgt dem Berg, nicht dem Menschen. Anpassung geschieht nicht durch Umformung, sondern durch Rückzug, Konzentration und Akzeptanz von Grenzen.
Verkehrsinfrastruktur
Die Verkehrsinfrastruktur ist zwingend geführt und vermeidet extreme Lagen.
- Autobahn 2 tritt aus dem Südwesten in den Distrikt ein und durchläuft innerhalb eines etwa 100 km langen Abschnitts die Städte Tangerhawen, Nurmenmarkenstadd und Ogidir.
- Anschließend folgt sie dem Küstenverlauf und knickt nach Nordwesten ab.
- Die Autobahn führt weiter durch Greezenstadd, das nicht direkt an der Küste liegt und in einem der wenigen flacheren Becken des Distrikts liegt.
- Von Ogidir zweigt die Autobahn 9 ab. Sie führt gezielt durch hochgelegene, vergleichsweise stabile Passlagen, meidet tiefe Täler und erschließt Sinhainikhen im Osten, bevor sie in den Distrikt Solstheim übergeht.
Abseits dieser Achsen ist der Distrikt nur eingeschränkt zugänglich. Orte wie Heusenwitz im südlichen Hochgebirge oder Plochbronn im Norden liegen bewusst abseits der Hauptkorridore.
Bevölkerung
Gesamtbevölkerung Nurmengard: 11.880.624
- Stadtbewohner: 3.655.035
- Landbewohner: 8.225.589
Wichtige Städte und Orte:
- Ogidir (1.336.295) – größtes urbanes Zentrum, Verkehrsknoten
- Greezenstadd (1.025.630) – Stadt im nordwestlichen Tieflandbecken
- Nurmenmarkenstadd (999.592) – Küstenstadt an der A2
- Tangerhawen (136.218) – südwestlicher Küstenort
- Plochbronn (83.152) – nördlicher Küstenort außerhalb der Hauptcluster
- Heusenwitz (74.148) – Hochgebirgssiedlung im Süden
Die Bevölkerung konzentriert sich stark auf die wenigen nutzbaren Tieflagen und Verkehrsachsen. Große Teile des Hochgebirges sind sehr dünn besiedelt.
Sprache: Irkisch ist offizielle Amtssprache, doch lokale vannenheimische Dialekte sind in ländlichen Gebieten noch verbreitet.
Religion: Mischverhältnis aus Asatru, säkularen Strömungen und in kleinen Gruppen sogar traditionalistischen Kulten aus der vannenheimischen Zeit.
Wirtschaft
Nurmengard ist kein klassischer Industrieraum, sondern ein raumlimitierter Nutzungsdistrikt.
Prägend sind:
- begrenzte Landwirtschaft in den wenigen Tieflandzonen, vor allem im Nordwesten
- Forstwirtschaft und kontrollierte Nutzung von Urwaldgebieten
- Bergbau in ausgewählten, zugänglichen Regionen
- saisonaler Berg- und Wintertourismus in Hochlagen
- Wander- und Naturtourismus in tieferen Gebirgszonen
Großindustrie ist kaum vorhanden. Wertschöpfung entsteht punktuell und ist stark standortabhängig.
Kultur und Lebensstil
Der Lebensstil in Nurmengard ist landschaftsbestimmt.
Gemeinschaften sind kleinräumig, stark lokal verwurzelt und an Klima und Gelände angepasst. Mobilität ist begrenzt, Planung langfristig, Infrastruktur funktional.
Der Distrikt gilt als rau, ruhig und schwer zugänglich. Außenwirkung entsteht weniger durch Städte als durch Landschaft.
Sicherheit und Kontrolle
Die Sicherheitsstruktur ist ausgedünnt und geländegetragen.
- konzentrierte Präsenz in Ogidir, Greezenstadd und entlang der Autobahnen
- A-Zonen an Verkehrsknoten und strategischen Passlagen
- B-Zonen in Städten
- großflächige C- und D-Zonen im Hochgebirge und in bewaldeten Regionen
Die Region gilt als gesichert, aber innerlich angespannt.
Immer wieder ziehen sich interne Widerstandsgruppen in die unzugänglichen Hochlagen oder Randgebiete zurück.
Artillerieeinsätze gegen Rückzugsräume in der Vergangenheit haben Spuren hinterlassen.
Militär und Naudiz sind flächendeckend präsent, besonders entlang der strategisch wichtigen Verbindung zwischen Ogidir und Nurmenmarkenstadd.
Sicherheitszonen reichen von AA (in Hafenanlagen) bis D (im alpinen Hinterland).
Anmerkungen
Nurmengard ist kein Raum der Verdichtung, sondern der Begrenzung.
Hier setzt das Gelände die Regeln. Wege sind gegeben, Alternativen selten.
Der Distrikt öffnet sich zum Meer, verschließt sich aber landeinwärts. Er ist nicht leer, aber schwer. Und er existiert weniger durch das, was er hervorbringt, als durch das, was er nicht zulässt.