Sprachen und ihre räumliche Verteilung

Der Sprachraum der UManyano ist historisch gewachsen und folgt nur begrenzt den heutigen politischen Grenzen. Er gliedert sich in mehrere Bantu-Sprachen, zwei Khoisan-Varietäten sowie eine kreolische Kontaktsprache. Die tatsächliche Verbreitung dieser Sprachen ergibt sich aus Mobilität, Handel und langfristigem Sprachkontakt und nicht allein aus administrativen Zuständigkeiten.

Den größten zusammenhängenden Sprachraum bilden die Bantu-Sprachen. Sie stellen die tragende Grundlage staatlicher und gesellschaftlicher Kommunikation dar und dominieren weite Teile des Landes.
Im politischen und administrativen Zentrum ist isiZambele (Zambelisch) vorherrschend, das als Hoch- und Verwaltungssprache dient.
Das Binnenland und die agrarisch geprägten Hochland-Regionen werden überwiegend von isiKhumba (Khumbaisch) geprägt, während entlang der Ostküste isiLwandu (Lwandisch) als Handels- und Verkehrssprache dominiert. Im südlichen Küstenbereich ist isiNtwari (Ntwarisch) verbreitet.

Der Khoisan-Sprachraum ist räumlich kompakter, weist jedoch eine deutlich asymmetrische Verteilung auf.
Entlang der südlichen und südwestlichen Küsten hat sich das Küsten-Khoisan ǂNauǀgôa weit über die formalen Grenzen des als „Khoisan-Bundesstaates“ verstandenen Gebietes hinaus ausgebreitet. Es wird dort nicht nur von Angehörigen der Khoisan-Gemeinschaften gesprochen, sondern auch von nicht-khoisanischer Bevölkerung in Küstenorten, Hafenstädten und maritimen Wirtschaftsstrukturen. In diesen Räumen fungiert ǂNauǀgôa teilweise als regionale Verkehrssprache.

Im Hochland hingegen ist das Hochland-Khoisan ǂKhamǃnâ weniger flächendeckend präsent. Dort tritt es häufig nicht in reiner Form auf, sondern in dauerhaften Mischformen mit benachbarten Bantu-Dialekten, insbesondere isiKhumba und isiZambele. Diese hochländischen Varietäten sind funktional stabil, werden jedoch meist als Übergangs- oder Mischsprachen wahrgenommen und nicht immer eindeutig einer einzelnen Sprachgruppe zugeordnet.

Auffällig ist, dass Khoisan-Sprachen insgesamt von mehr Menschen gesprochen werden, als im eigentlichen Khoisan-Bundesstaat leben. Diese Diskrepanz erklärt sich insbesondere aus der starken Verbreitung des Küsten-Khoisan entlang der Küste sowie aus der Präsenz khoisanischer Sprachanteile in hochländischen Mischformen. Die Gründe für diese Entwicklung sind historisch bedingt und bislang nicht abschließend geklärt.

Im südwestlichen Mischraum hat sich zusätzlich die kreolische Sprache ǀZamgôa (Zamgoisch) etabliert. Sie entstand aus dauerhaftem Kontakt zwischen isiZambele, isiNtwari und dem Küsten-Khoisan ǂNauǀgôa. ǀZamgôa wird vor allem im Alltag, im Handel, in Hafen- und Logistikstrukturen sowie in informellen Verwaltungszusammenhängen genutzt. Sie ist keine Übergangsvariante, sondern eine eigenständige, stabile Kontaktsprache.

Insgesamt zeigt sich ein Sprachraum, in dem reine Sprachgebiete die Ausnahme und Kontaktzonen die Regel sind. Sprachliche Zugehörigkeit ist häufig funktional, situativ und mehrschichtig. Politische Grenzen und sprachliche Realität fallen dabei nur teilweise zusammen.

Die gemeinsame Hochsprache des Bundes, die auch in der Schule neben den lokalen Sprachen gelehrt wird ist isiZambele. Es ist aber durchaus hoch geschätzt auch andere Sprachen der Union zu sprechen. Gerade die Administration in ǂKhomani legt großen Wert darauf die Sprache und Eigenarten aktiv am Leben zu erhalten. Sprachliche und kulturelle Dominanz sind nicht erwünscht.